Bambus Experte Jens Poppe

Über mich – Jens Poppe

Ich arbeite seit über zwei Jahrzehnten mit Bambus. Nicht, weil es gerade im Trend liegt, sondern weil dieses Material mich von Anfang an überzeugt hat – durch seine Eigenschaften, seine Vielseitigkeit und seine Selbstverständlichkeit in vielen Teilen der Welt.

Bambus ist mir nicht theoretisch begegnet, sondern ganz praktisch. In Werkstätten, auf Höfen, auf Baustellen, unterwegs auf Reisen. Ich habe gesehen, wie selbstverständlich Bambus eingesetzt wird – als Werkzeug, als Baumaterial, als Alltagsgegenstand. Nicht als „ökologische Alternative“, sondern als funktionales, zuverlässiges Material.

Diese Erfahrung hat meinen Blick geprägt. Und sie ist der Grund, warum es heute das Poppe-Portal gibt.


Wie alles begann

Ich bin beruflich in den Norden Perus gegangen, weil ich dort als gelernter Landwirt praktisch arbeiten konnte – mit echter Erfahrung in klassischer Landwirtschaft. In der Region habe ich unter anderem Mais, Baumwolle, Bohnen und Wassermelonen angebaut.

Bambus kam damals eher zufällig ins Spiel. Neben meinem Büro in Piura saßen Händler, die Bambusstangen für Baukonstruktionen verkauften – ganz alltäglich für Häuser und einfache Bauprojekte.

Als ebenfalls gelernter Kaufmann wollte ich irgendwann etwas aus Peru nach Deutschland mitbringen. Ursprünglich lag mein Fokus auf einem ganz anderen Thema: alten Fahrzeugen, vor allem VW T1 Bussen. Bambus war am Anfang eher „Beifang“ – sogar nur Füllmaterial, damit der erste 40-Fuß-Container sinnvoll ausgelastet war.

In diesem Container waren Naturlehmsteine, Sandsteinplatten, Lehmöfen, Schilfrohrmatten, Seegrasmatten – und eben auch Bambusstangen und Bambusmöbel.

Erst später habe ich verstanden, wie genial Bambus wirklich ist. Ich habe mir vieles selbst beigebracht, erste Ideen ausprobiert und angefangen zu bauen und zu tüfteln – ohne Kontakte, ohne Vorbilder, einfach aus Neugier und Praxis heraus.

Heute kenne ich viele der großen Architekten und Künstler der Bambuswelt persönlich. Wir sind international gut vernetzt, weil Wissbegier, Austausch und echte Erfahrung in dieser Szene entscheidend sind.

Meine ersten Berührungspunkte mit Bambus hatten wenig mit Ideologie zu tun. Mich hat interessiert, was dieses Material kann. Warum es in anderen Ländern seit Jahrhunderten genutzt wird. Warum es dort selbstverständlich ist – und bei uns lange als exotisch oder dekorativ galt.

Je tiefer ich eingestiegen bin, desto klarer wurde mir: Bambus wird oft unterschätzt. Nicht aus bösem Willen, sondern aus Unkenntnis. Viele sehen nur die Oberfläche – aber nicht die Struktur, die Stabilität, die Möglichkeiten.

Ich habe Bambus geschnitten, gebunden, verbaut, wieder verworfen. Ich habe Fehler gemacht, gelernt, neu angesetzt. Genau diese praktische Erfahrung ist bis heute mein Fundament.

Ich habe damals schon seit über zehn Jahren mit Bambusstangen und daraus entstehenden Produkten gearbeitet, als sich plötzlich ein älterer Mann aus dem Süden meines Landkreises bei mir meldete. Wir hatten uns ungefähr zehn Jahre zuvor eher zufällig einmal getroffen. Ich wusste, dass er Bambusbesen verkauft – und er wusste, dass ich mit Bambusartikeln arbeite. Wir waren keine Konkurrenz, eher zwei Leute aus derselben Nische, nur mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Danach haben wir uns viele Jahre aus den Augen verloren.

Eines Tages rief er mich an und sagte: „Jens – du MUSST mein Bambusbesen-Geschäft weiterführen. Das passt nur zu dir.“ Ich war erst skeptisch. Es klang groß, fast zu direkt. Aber er sollte recht behalten.

Heute sind diese robusten Bambusbesen einer der wichtigsten Unterstützer meiner Bambus-Mission. Sie bringen das Thema in den Alltag der Menschen – und haben mich im Bambusbereich noch einmal deutlich bekannter gemacht.


Reisen, Begegnungen und Aha-Momente

Auf meinen Reisen – unter anderem nach Afrika – habe ich erlebt, wie eng Material, Alltag und Lebensrealität miteinander verbunden sind. Bambus ist dort kein Statement, sondern Teil des täglichen Lebens. Er wird genutzt, repariert, weiterverwendet. Nichts daran ist kompliziert, nichts überhöht.

Ein prägender Moment war für mich zu sehen, wie viel Wissen vorhanden ist – und wie wenig davon bei uns ankommt. Diese Diskrepanz hat mich beschäftigt. Nicht im Sinne von „wir müssen alles kopieren“, sondern: Was können wir lernen? Und wie können wir Bambus sinnvoll, ehrlich und dauerhaft einsetzen?

Diese Fragen begleiten mich bis heute.


Warum Poppe-Portal.de

Poppe-Portal ist aus dem Wunsch entstanden, Bambus verständlich zu machen. Nicht als Trendprodukt, sondern als ernstzunehmenden Werkstoff. Deshalb steht bei mir nicht Masse im Vordergrund, sondern Auswahl. Nicht alles, was aus Bambus ist, ist automatisch gut.

Die meisten meiner Freunde und auch meine Familie können sich kaum vorstellen, dass das Thema Bambus wirklich funktioniert. Das liegt aber weniger an ihnen – sie hatten seit der Kindheit schlicht nie Berührung damit.

In Südamerika, Asien und Afrika ist das komplett anders: Dort gehört Bambus zu den wichtigsten Naturmaterialien überhaupt. Viele Kinder wachsen ganz selbstverständlich damit auf – sie sehen Bambus überall, nutzen ihn, bauen damit, spielen damit. Bambus ist Teil des Alltags.

Wenn dann Freunde oder Bekannte zu mir ins Lager kommen, passiert oft etwas Spannendes: Plötzlich „fühlen“ sie das Material. Manche spüren sofort diese Mischung aus Faszination und Neugier – fast wie eine kleine Sucht. Und sie merken, dass Bambus nicht nur schön und vielseitig ist, sondern auch echte, nachhaltige Spuren hinterlassen kann.

Ich biete nur Produkte an, hinter denen ich fachlich stehe:

  • Bambusbesen, die im Alltag funktionieren

  • Bambusstangen, die halten, was sie versprechen

  • Bambusrollzäune und Konstruktionen, die richtig eingesetzt werden

  • Zome- und Iglu-Konstruktionen, die mehr sind als ein optischer Gag

Viele dieser Produkte nutze oder teste ich selbst. Ich weiß, wo ihre Stärken liegen – und auch, wo ihre Grenzen sind. Genau das ist mir wichtig.


Wissen weitergeben statt nur verkaufen

Ein großer Teil meiner Arbeit besteht darin, Wissen zu teilen. In Workshops, Gesprächen, Projekten. Bambus ist kein Material, das man einfach „mitnimmt“. Man muss ihn verstehen: seine Fasern, seine Spannungen, seine Eigenheiten.

In meinen Workshops geht es nicht darum, perfekte Ergebnisse abzuliefern, sondern ein Gefühl für das Material zu entwickeln. Wer einmal selbst mit Bambus gearbeitet hat, geht anders damit um – respektvoller, bewusster, realistischer.

In einem Workshop in Guatemala habe ich die Taiwanesin Li Fang Fang kennengelernt. Ein Jahr später habe ich sie in Taiwan wiedergetroffen – in ihrem „Storyteller House“ im Rahmen einer World Bamboo Expo.

Dort, bei einer taiwanesischen Teezeremonie, hat sie eine unglaubliche Bambus-Energie ausgestrahlt. Ihre Mission ist klar: Bambus durch die Welt zu tragen und die Geschichten rund um dieses Material weiterzugeben – fast wie ein Auftrag über Generationen hinweg.

Und dann passierte etwas, das ich bis heute nicht vergesse: Nach meiner Rückkehr aus Taiwan meldeten sich innerhalb nur einer Woche – ohne dass ich irgendjemandem davon erzählt hatte – unabhängig voneinander ein regionaler Schützenverein, ein Kindergarten und eine Fahrradtruppe. Alle wollten meinen Betrieb anschauen. Und ich konnte direkt zeigen, was ich inzwischen selbst als „Bamboo Storyteller“-Mission verstanden habe.

Das hatte wirklich etwas Magisches.


Verantwortung endet nicht am Produkt

Bambus ist auch ein soziales Thema. Nachhaltigkeit bedeutet für mich nicht nur umweltfreundliche Materialien, sondern auch Verantwortung für Menschen und Strukturen.

Deshalb unterstütze und begleite ich Projekte wie die Bamboo Foundation in Gambia, bei denen Bambus nicht nur genutzt, sondern langfristig gedacht wird: als Ressource, als Einkommensquelle für viele Familien, als nachhaltige Perspektive um Plastik zu reduzieren. Nicht von außen aufgepfropft, sondern gemeinsam entwickelt.


Meine Haltung zu Bambus

Ich sehe Bambus nicht als Allheilmittel. Er ersetzt nicht alles – und das muss er auch nicht. Aber dort, wo er passt, ist er oft die bessere Lösung: langlebig, stabil, reparierbar, natürlich.

Mir ist wichtig, ehrlich zu bleiben. Kein Greenwashing, keine Versprechen, die Bambus nicht halten kann. Dafür Klarheit, Erfahrung und ein realistischer Blick auf das Material.


Warum ich das mache

Ich arbeite mit Bambus, weil er Sinn ergibt.
Weil er funktioniert.
Und weil er uns zwingt, genauer hinzusehen.

Poppe-Portal ist kein Projekt „nebenbei“, sondern das Ergebnis von vielen Jahren Praxis, Lernen und Beobachten. Und es entwickelt sich weiter – mit jedem Produkt, jedem Workshop, jedem Gespräch.


„Bambus ist kein Trend. Er ist ein Material, das zeigt, wie selbstverständlich Nachhaltigkeit sein kann, wenn man sie richtig versteht.“

Jens Poppe

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